Google und der Datenschutz

von Timo Abid

Seit September 2009 steht der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar im Dialog mit dem Suchmaschinengiganten Google um die Festlegung von verbindlichen Datenschutzrichtlinien hinsichtlich des kostenfreien Analyse Programms „Google Analytics“. Die Verhandlungen wurden nun am 11.01.2011 laut Herrn Caspar gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ergebnislos abgebrochen.

Google Analytics ist ein Dienst, den Google zur Verfügung stellt, um Zugriffszahlen auf Webseiten zu messen. Darüber hinaus steckt hinter diesem Dienst einiges mehr. Die Besucher lassen sich nach der Art des Zugangs zu der Homepage klassifizieren, die Herkunft kann bestimmt werden, der verwendete Browser, die Aufenthaltsdauer auf verschiedenen Seiten und vieles, vieles mehr.

Da die Datenschützer nun das Unternehmen Google nicht zu Rechenschaft ziehen können, ziehen sie es in Betracht, an die Nutzer selbst heran zu treten. Es gibt laut Caspar Bestrebungen gegen Nutzer, die Google Analytics auf ihren Webseiten einsetzen, vorzugehen und ein Bußgeld zu erheben. Entsprechende Möglichkeiten werden zurzeit geprüft.

Ist die Aufregung über Google Analytics und Co. gerechtfertigt?

Unserer Auffassung nach wird dieses Thema überbewertet. Denn in erster Linie werden keine personenbezogenen Daten übertragen, wie Klaus Müller, Müllerweg 6, Müllersdorf. Alleinig die IP-Adresse kann Rückschlüsse darauf geben, über welchen Provider der User einloggte oder in welchen geografischen Bereich der User „sitzt“. Weitere Recherchen zur IP-Adresse bedürfen der Anfrage bei den Providern, welche die Daten nicht ohne Weiteres herausgeben, und einen erheblichen Mehraufwand.

Darüber hinaus werden IP-Adressen und weitere Informationen, wie der benutzte Browser, seit Beginn des Internets von den Webservern protokolliert. Was ist mit diesen Daten? Diese können, wenn gewollt, ebenso aufgeschlüsselt werden.

Ungeachtet dessen ist es wichtig, entsprechende Hinweise auf die Nutzung von Analytics, was Google gemäß § 8.1 der Nutzungsbedingungen als Verwendungsvoraussetzung ausdrücklich vorschreibt, oder andere Web-Analyse-Tools auf der Website zu integrieren. Dies bedeutet, dass der Nutzer davon Kenntnis erlangt und im Falle eines weiteren Aufenthaltes auf der Seite das Mitloggen seiner „Internetspuren“ indirekt erlaubt.

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