Google Panda 4.1 – Wer Angst vor einem Absturz haben sollte?

von Timo Abid

 

Der Suchmaschinen-Gigant Google hat jüngst mal wieder ein neues Update des Suchalgorithmus ausgerollt. Dieses soll ca.  3-5% der Suchanfragen bei Google betreffen.

Im Fokus des Updates stehen erneut Webseiten mit minderwertigen Inhalten, welche Google aufgrund neuer User-Erfahrungen und Webmasterberichten, nun besser identifizieren soll. Im Klartext bedeutet dies: Guter Content steigt im Ranking – Schlechter Content sinkt in den SERPs!

Was mag der Panda 4.1 und was nicht?

Positiv auf das Suchmaschinen-Ranking nach Panda 4.1 reagieren ganz eindeutig mehrwerthaltige Inhalte. Google versucht zunehmend Inhalte mit einem einzigartigen Charakter, bspw. in Form von Expertenbeiträgen, sorgfältig recherchierten Fachbeiträgen, umfassenden Interviews oder nützlichen Kalkulatoren, stärker in den Fokus zu rücken. Wer dem User bereits hochwertigen und guten Content zur Verfügung stellt, muss sich im Hinblick auf das jüngste Google Update keine Gedanken über Rankingabstürze und Verluste in der Sichtbarkeitsentwicklung machen.

Webseiten mit minderwertigen Inhalten oder sog. „Thin Content“ mussten sich hingegen in Acht nehmen und konnten im Laufe der Woche bereits erhebliche Einbußen in der Sichtbarkeit verspüren. Zu den Verlierern gehören neben zahlreichen privaten Blognetzwerken, Branchenbüchern, Gutscheinportale, Wörterbücher und weitere Webseiten mit irrelevanten oder im Netz mehrfach aufzufindenden Inhalten. Insbesondere der Thematik „Duplicate Content“ scheint Google mit dem aktuellen Panda Update verstärkt Bedeutung beizumessen und sog. „Content-Scraper“, die keine eigenen, mehrwerthaltigen Inhalte für den User bieten, abzustrafen.

Wissenswertes

„Eine Scraper Site ist eine Webseite, die einen Großteil ihres Inhaltes von anderen Seiten kopiert hat. Suchmaschinen wie Google versuchen solche Seiten aus Qualitätsgründen zu erkennen und aus ihrem Index auszuschließen.“

Die Sünden der Verlierer

Eine reihenweise Abstrafung suchvolumenstarker Keywords musste z.B. www.planet-sports.de in der letzten Woche erleiden. Bei genauerer Betrachtung der Webseite wird relativ schnell die Ursache für die erheblichen Keyword-Rankingverluste (siehe Screenshot) klar.

Quelle: Datenaggregation Searchmetrics

Auf Kategorienebene wird primär eine Auswahl an Artikeln und entsprechende Filtermöglichkeiten angezeigt. Der Anteil an kategorienbeschreibenden Inhalten oder weiterführenden Informationen zur Marke fällt hingegen zu gering aus. Aus der Perspektive von Google sind jedoch genau diese Inhalte interessant und relevant für das Ranking einer Unterseite.

Anhand des Contents einer Unterseite entscheidet Google darüber, ob diese Webseite eine gewisse Relevanz für die Suchanfrage eines Users besitzt oder nicht. Relevanz bedeutet aus dieser Sicht, einzigartige Informationen bereitzustellen, welche genau zu der Anfrage eines Suchenden bei Google passen, d.h. standardisierte Marken- oder Artikelbeschreibungen, wie sie auf planet-sports.de zu sehen sind, führen zu keinem langfristigen Rankingerfolg.

Quelle: Kategorienseite planet-sports.de

Ein weiterer Verlierer des Panda 4.1 Updates sind Gutscheinportale, wie z.B. www.mcgutschein.net. Während der Blog des Gutscheinanbieters zwar umfangreiche und durchaus lesenswerte Inhalte bietet, findet man auf der Mehrzahl der Unterseiten zumeist weniger als 100 Wörter, was letztlich Thin Content darstellt. Es erscheint logisch, dass der Mehrwert der Webseite sich maßgeblich durch die gesammelten Gutscheine und Rabattangebote auszeichnen mag. Aber unterscheidet sich deswegen diese Webseite von anderen Gutscheinportalen?

Quelle: Kategorienseite mcgutschein.net

Wohl eher kaum, dabei scheinen die verschiedenen Kategorien und Branchen, zu denen Gutscheine angeboten werden, ideal dafür geeignet zu sein, um den Nutzen eines Gutscheines zu verdeutlichen oder interessante Fakten zum allgemeinen Konsumentenverhalten bzgl. Gutscheinen zu liefern.

Ausschlaggebend für den Einbruch in der Sichtbarkeit (siehe Screenshot) von mcgutschein.net sind vor allem Unterseiten mit Gutscheinangeboten zu Händlern mit einem großen Suchvolumen wie Zalando, Redcoon, Esprit, Tchibo und Co. Auffällig sind die ähnlichen und vor allem sehr kommerziell wirkenden Inhalte auf den Unterseiten zu diesen Händlern. Insbesondere die Vermutung, dass Google im Rahmen des Panda 4.1 Updates verstärkt Signalen von Usern und Webmastern gefolgt ist, deutet darauf hin, dass klar zu erkennende werbliche Texte mit Verlinkungen zu Händlern abgestraft wurden.

Quelle: Datenaggregation Searchmetrics

Die Erfolgsfaktoren der Gewinner

Im Gegenzug zu den zahlreichen Verlierern durch Panda 4.1, zeigt das jüngste Google Update aber auch, dass viele Webseiten mit gutem und verlinkungswürdigem Content einen Sprung nach vorne machen konnten. Hauptsächlich profitierten Webseiten mit einem klar erkennbaren Mehrwert in Form von Kalkulatoren, Testberichten, Fachbeiträgen oder Studien. Insbesondere Content, welcher aufgrund seiner speziellen Expertise oder einer individuellen Usereingabe 100% einzigartig ist, zählt zu den Hauptgewinnern von Panda 4.1.

Es stellt sich die Frage: Wie sieht mehrwerthaltiger Content eigentlich aus? Und welche weiteren Faktoren sind für den Erfolg der Gewinner von Panda 4.1 verantwortlich?

Der vielleicht wichtigste Erfolgsfaktor für ein gutes Ranking in den Suchergebnissen von Google, ist die Perspektive des Users bei seinem Leistungsangebot und Inhalten immer zu berücksichtigen. Die Webseite www.testberichte.de beispielsweise bietet seinen Besuchern zahlreiche Teststudien zu unterschiedlichen Kategorien und Produkten an. Aktuelle Inhalte, sog. „fresh content“, sorgen dafür, dass die Testberichte stets im Interesse des Users stehen. Hinsichtlich der Testberichte entscheiden vor allem die Objektivität des Schreibstils und dazu abgegebene Kundenmeinungen über den tatsächlichen Mehrwert eines Testberichtes.

Quelle: Mehrwert durch aufbereitete Testserien auf testberichte.de

Authentische Kundenmeinungen unterstützen den professionellen Charakter einer fachlichen und umfangreichen Teststudie und laden dazu ein, derartigen Content zu verlinken. Testberichte.de stellt seine fundierten Testergebnisse z.B. auch als Download (PDF oder Heftbestellung) zur Verfügung und unterstreicht damit nochmals den hochwertigen Charakter seines Contents. Das Resultat dieser Contentqualität spiegelt sich in der allgemeinen Sichtbarkeitsentwicklung der Domain und hier vor allem im letztwöchigen Anstieg um mehr als 35% wider.

Quelle: Datenaggregation Searchmetrics

Einen ähnlichen positiven Trend im Sichtbarkeitsverlauf verzeichnet www.testsieger.de. Jedoch stellt testsieger.de seinen Lesern neben fundierten Testergebnissen und Produktbestenlisten auch zum jeweiligen Themenbereich passenden non-kommerziellen Content zur Verfügung. Aufgrund der Tatsache, dass Testergebnisse i.d.R. einen objektiven, aber dennoch kommerziellen Charakter haben, bietet testsieger.de seinen Lesern darüber hinaus allgemeine wissenswerte Informationen zu einem Produkt oder einer Produktkategorie an. Mittels diesem Produktwissen wird der Mehrwert einer Webseite wesentlich verstärkt, denn welchen Nutzen hat es für einen User zu wissen, welcher Drucker im Test am besten abgeschnitten hat, ohne sich im Klaren darüber zu sein, welche Arten von Drucker es gibt bzw. welcher Druckertyp am besten für einen selbst geeignet ist?

Quelle: Allgemeines Produktwissen auf testsieger.de

Aus diesem Grund üben fachlich und sachlich geprägte Ratgeber ohne jegliche kommerzielle Absichten, welche dem User genau die Informationen liefern, nach denen er sucht, einen deutlichen Einfluss auf das Ranking einer Webseite aus. Erst wenn der User seine Wünsche & Ziele erkannt hat und definieren kann, wird er mit dem Ergebnis einer Testreihe nachhaltige Rückschlüsse über eine evtl. Kaufabsicht ziehen können.

Eine andere Art und Weise mehrwerthaltigen Content auf der eigenen Unternehmenswebseite zur Verfügung zu stellen zeigt www.lohnexperte.de. Mithilfe von:

und weiteren nützlichen Kalkulatoren, wird für den User ein individueller Mehrwert geboten. Zusätzlich erklärt lohnexperte.de in einem kurzen, aber informativen Tutorial (inklusive Videomaterial), wie bspw. der Gehaltsrechner 2014 angewendet werden kann. Diese userorientierte Denkweise und Unterstützung bei der Verwendung solcher Tools wird von Google positiv bewertet und spiegelt sich in dem Sichtbarkeitstrend der Domain wider.

Quelle: Datenaggregation Searchmetrics

Zusammenfassung und Ausblick

Das aktuelle Google Update Panda 4.1 stellt wiederum die Relevanz von lesenswertem und mehrwerthaltigem Content unter Beweis. Der Suchmaschinen-Riese sammelt permanent mehr Signale und Hinweise, um irrelevanten oder redundanten Content aus den Suchergebnissen verschwinden zu lassen.

Die angesprochenen Aufenthaltszeiten und Absprungraten liefen hier klare Informationen, ob der Content der Seite wirklich gut ist. Insofern nutzt Google quasi die Schwarmintelligenz der Besucher, um seine eigenen Schlüsse zu ziehen und die algorithmisch gesammelten Beurteilungskriterien weiter zu verfeinern.

Eine langfristige und nachhaltige Strategie im Content Marketing hingegen, sieht es vor, Beiträge zu veröffentlichen, die von der Online-Community als empfehlenswert gelten und einen erkennbaren Nutzen für die Interessen eines Lesers bieten. Wer sich zukünftig über Rankingerfolge in der Sichtbarkeit seiner Domain freuen möchte, muss also dafür Sorge tragen, dass seine Inhalte nicht nur online sind, sondern auch tatsächlich von Usern gelesen und geteilt werden.

Dinge, die der Panda mag:

  • einzigartiger Content, der nur auf der eigenen Domain (und hier auch nur einmal) vorhanden ist
  • lesbarer Content „Above the Fold“ (im direkt sichtbaren Bereich, ohne Scrollen zu müssen)
  • gut strukturierter Content
  • Seiten mit hohen Verweildauern und geringen Absprungraten
  • neue,  aktuelle Inhalte (Fresh Content)
  • Seiten mit guter Code-Text-Ratio

Dinge, die der Panda nicht mag:

  • Inhalte, die häufig im Web auftauchen (z.B. Standard-Produktbeschreibungen)
  • Content-Aggregationen im großen Stil
  • Seiten mit schlechter Code-Text-Ratio (Thin Content)
  • Seiten, die schlechte User-Signale aufweisen (hohe Absprungraten, geringe Verweildauern), z.B. infolge schlechtem Abgleich der Seiten mit den relevanten Keywords
  • übermäßiger Gebrauch von Werbeblöcken/Werbegrafiken, hier vor allem im direkt sichtbaren Bereich

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