Manuelle Abwertungen durch Google nehmen zu

von Timo Abid

Bisher wurden manipulative Techniken im Linkaufbau rein algorithmisch bewertet (z.B. Pinguin-Update). Seit Ende letzten Jahres nehmen manuelle Prüfungen (durch Google-Mitarbeiter) im deutschsprachigen Raum verstärkt zu. Diese Dimension an manuellen Abwertungen ist in Deutschland bis dato "neu".

Nach der Ankündigung von Matt Cutts Anfang Februar gegen Linknetzwerke in Deutschland vorzugehen und deren manipulativen Vorgehensweisen im Linkaufbau aufzudecken, ist aktuell die erste deutsche Agentur namentlich von Google benannt worden. Das Linknetzwerk der Berliner Marketingagentur „efamous“ sowie ein weiteres, bislang noch unbekanntes Agenturnetzwerk, wurden erst kürzlich abgestraft. Die Auswirkungen der Abstrafung, auf die am Linknetzwerk beteiligten Parteien, sind bislang noch ungewiss und bleiben abzuwarten.

Vermehrte manuelle Abwertungen durch das Google Quality Rater Team waren auch bereits in den beiden letzten Quartalen des vergangenen Jahres festzustellen und mit zum Teil verheerenden Folgen für viele Webseiten. An dieser Stelle fällt auf, dass Google auch nicht mehr vor großen Namen halt macht. Unternehmen wie bspw. Fleurop, Hugo Boss oder das Modemagazin Joy haben aktuell erhebliche Einbußen in der Sichtbarkeit Ihrer Webseiten zu verzeichnen, was eine manuelle Abwertung vermuten lässt.

Abbildung 1: Sichtbarkeitsverlauf www.fleurop.de vom 05.03.14

Wer langfristig ein gutes Ranking in den Google Suchergebnissen anstrebt, sollte sich unbedingt über die Google Qualitätsrichtlinien informieren, um einer algorithmischen oder manuellen Abwertung aus dem Weg zu gehen. In den meisten Abwertungsfällen liegt ein Verstoß gegen die Grundprinzipien der der Google Quality Guidelines vor. Aus diesem Grund sollte die Zielsetzung lauten:

Erstellen Sie Webseiten mit einzigartigen Inhalten, die primär für den Besucher hilfreich sind und nicht speziell für Suchmaschinen optimiert sind!

Andernfalls könnte ein Quality Rater von Google den Verdacht äußern, dass bspw. aufgrund von gekauften Backlinks das Ranking einer Webseite manipuliert wurde.

Gründe, welche die Ursache für Sanktionen seitens Google sind:

  • Unnatürliche Backlinks, die auf Ihre Seite führen
  • Unnatürliche Backlinks, die von Ihrer Seite auf andere Seiten verweisen
  • Nutzer-generierter Spam
  • Keyword-Spamming oder versteckte Inhalte
  • Oberflächliche und geringwertige Inhalte, ohne jeglichen Mehrwert für den Leser

 

Verhängt der Quality Rater für eine Webseite eine manuelle Abstrafung, wird man über die Abstrafung in den Google Webmaster Tools informiert. Je nach Umfang und Gewichtung des Verstoßes wird für die manuell gesetzte Abstrafung ein Zeitraum definiert, indem die Website der Abstrafung unterliegt. Während diesem Zeitraum besteht allerdings die Möglichkeit über eine sog. Reconsideration Request, eine erneute Prüfung der Linkstruktur anzufragen und die manuelle Abstrafung zu revidieren. Wichtig hierbei ist jedoch, Google möglichst detailliert zu erläutern, dass nach dem Verhängen einer der manuellen Abstrafung aktiv Maßnahmen ergriffen wurden, um das eigene Linkprofil zu säubern und sich von toxischen Linkquellen konsequent zu trennen. Solche Maßnahmen sind meist mit der Aufwendung wertvoller Ressourcen verbunden, da es in der Regel mehrerer Anträge an Google bedarf, bis eine manuelle Abstrafung wieder aufgehoben wird. Ob es tatsächlich zu einer Aufhebung seitens Google trotz Säuberung des Profils kommt, liegt im Ermessen des Suchmaschinen-Giganten.

Quelle: Stellungnahme von Matt Cutts zum Thema manuelle Abstrafungen

Die aktuellen Entwicklungen und das vermehrte manuelle Abstrafen von Google zeigen, dass auch große Brands und bislang gesund wirkende Webseiten einer manuellen Prüfung unterzogen werden. Gesunde Backlinks sind somit wichtiger denn je, um keinen Verdacht auf ein unsauberes Linkprofil zu lenken. Abstrafungen können folglich am besten durch eine rechtzeitige Analyse und Sanierung der eigenen Webseite von unnatürlichen Backlinks vorgebeugt werden, um eine möglichst gesund wirkende Webseite vorzuweisen. In Zukunft sollten für Onlinehändler demzufolge sowohl nachhaltiger Linkaufbau als auch Linkabbau im Fokus der Strategiebildung für eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung stehen.

Doch welche konkreten Maßnahmen müssen ergriffen werden, damit manuelle Penalties von Google langfristig keine Probleme darstellen? Welche Anforderungen müssen Links erfüllen, um einer manuellen Prüfung eines Google-Mitarbeiters standzuhalten? Unter welchen Voraussetzungen wird Linkaufbau zukünftig noch möglich sein?

Die Antwort auf all diese Fragen ist im Prinzip einfach. Einzig qualitativ hochwertige Links halten den strengen Blicken eines Quality Raters von Google stand und schützen vor manuellen Abstrafungen. Das bedeutet: Links müssen beim Quality Rater den Eindruck erwecken, natürlich entstanden zu sein und zudem einen tatsächlichen Mehrwert für den User besitzen. Doch wie lassen sich Links generieren, die natürlich und organisch gewachsen wirken?

Grundsätzlich unterscheiden sich organische Links durch drei charakteristische Merkmale von den klassischen SEO-Texten bzw. –Links.

1. Hochwertige Linkquellen

Es ist naheliegend, dass das Umfeld eines Links, m.a.W. die Linkquelle, einer Vielzahl an Anforderungen entsprechen muss, um einer manuellen Prüfung standzuhalten. Ein wichtiges Kriterium hierbei stellt ein positiver Verlauf der Sichtbarkeitskurve einer Webseite dar.

Abbildung 1: gesunder Sichtbarkeitsverlauf www.zalando.de vom 05.03.14

Visibility-Kurven, ohne durch Pinguin-Update oder manuelle Abwertungen verursachten Einbrüche, sind ein Indikator für eine hervorragende Linkquelle. Ebenso spielt die Anzahl der externen Links auf einer Quellseite eine maßgebliche Rolle hinsichtlich der Güte einer Linkquelle. Hinsichtlich externer Links ist u. a. auch deren Qualität zu überprüfen. Die Rede ist hier von sog. „Trust-Links“, d. h. sinnvolle und ergänzende Links, die mit dem Thema des Textes direkt oder teilweise in Verbindung stehen und die Aussagekraft des Contents unterstützen.

2. Redaktioneller und einzigartiger Content

Neben einer hochwertigen Linkquelle beeinflusst insbesondere die Qualität und der Umfang des Contents die Stärke eines darin befindlichen Wirkungslinks. Somit lassen sich starke Links anhand von Qualitätstexten mit redaktionellem Hintergrund generieren, die dem Leser einen Mehrwert liefern und ein hohes Maß an Aktualität und Neuartigkeit aufweisen. Der Umfang eines Textes trägt dabei maßgeblich zu einer natürlichen Wirkung bei. Die Zeiten von SEO-Texten mit knapp 400 Wörtern und ohne jeglichen Nutzen für den User sollten damit ein Ende haben. Nur Content, der fachlich recherchiert und über eine qualitative Aussagekraft zum jeweiligen Thema verfügt, wird im Rahmen einer manuellen Prüfung unauffällig sein. Darüber hinaus wird eine derartig userorientierte Contentproduktion gleichzeitig auch dafür Sorge tragen, dass diese Inhalte im Netz automatisch weiter verbreitet und geteilt werden. Guter Content wird gern geteilt, kommentiert und dokumentiert, wodurch der Verdacht auf unnatürlichen Linkaufbau erst gar nicht zustande kommt.

3. Sichere und nicht kommerzielle Linkziele

In der Praxis sind Linkziele oftmals auf kommerziellen Webseiten eingebunden, wie z.B. auf Produktdetailseiten. Allerdings stellt diese Vorgehensweise in den Augen von Google eine unnatürliche Art der Verlinkung dar und wertet dementsprechend Links mit klar erkennbarem kommerziellen Zielseiten vermehrt ab. Daher ist essentiell, neben einer sicheren Linkquelle auch für ein sicheres Linkziel zu sorgen. Bestenfalls wird auf Content verlinkt, der bereits einen qualitativen Mehrwert für die Nutzer besitzt. Nicht kommerzielle Linkziele können Blogs, Ratgeber, Foren, Glossare, Interviews, Studien, Produktberichte oder ähnliche Inhalte sein, die auf der eigenen Webseite eine sichere Destination für den Wirkungslink schaffen.

Informationen hierzu unter: Content-Marketing: 8 Ideen für Ihre Webseite

 

Fazit

Die aktuellen Entwicklungen im Onlinemarketing und eine vermehrte Anzahl an manuellen Abstrafungen zeigen, dass Google verstärkt seine Quality Rater einsetzt, um neben den zahlreichen Algorithmus-Updates, gegen verbesserte Ranking-Platzierungen durch Linkbuilding vorzugehen. Konsequenzen bekamen bereits große Brands in Form von manuellen Abstrafungen zu spüren. Einmal abgestraft, ist eine Aufhebung durch Google nur durch konsequente und aufwendige Sanierung des eigenen Profils von unsauberen Backlinks möglich.

Allerdings kann dies einen langen Prozess bedeuten, der erst nach mehrfacher Prüfung durch Google ein erfolgreiches Ergebnis zur Folge hat. Vorsorgliches Entfernen von unnatürlichen Links ist damit unumgänglich. Um trotz allem anhand von Linkbuilding ein besseres Ranking vom Suchmaschinen-Riesen zu erhalten, sollten Links ausschließlich in qualitativ hochwertigen Content eingebunden werden, der von den Quality Ratern als natürlich und organisch gewachsen eingestuft wird. Idealerweise wird die Linkquelle durch starke „Trust Links“, die Vertrauen schaffen, unterstützt, um einer manuellen Prüfungen standzuhalten. Des Weiteren wirkt sich ein redaktioneller und einzigartiger Content in einem ansprechenden Umfang positiv auf die Power eines Links aus. Schließlich erhöhen nichtkommerzielle Linkziele – also wissenswerte Inhalte mit Mehrwert – die Wahrscheinlichkeit von Google nicht abgestraft zu werden. Es bleibt spannend, in welcher Form manuelle Abstrafungen durch Google in Zukunft das Linkbuilding beeinflussen. Aktuell scheint es, dass hochwertige, vertrauensvolle und nutzerorientierte Inhalte die derzeit beste Möglichkeit sind, Links natürlich aussehen zu lassen und sich somit vor Abstrafungen zu schützen.

Autor: Timo Abid

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