Web-Analytics

Analytics Mit dem Betriff Web-Analytics (dt. Web-Analyse) werden heutzutage alle datenbezogenen Erhebungen zusammengefasst, welche als Ziel haben, Informationen zu einem Online-Angebot zu sammeln, um hieraus u.a. Rückschlüsse über das Verhalten von Besuchern zu ziehen und das Angebot zu optimieren.

Der internationale Web Analytics Association definiert den englischen Begriff Web Analytics folgendermaßen:

„Web Analytics ist die Messung, Sammlung, Analyse und Auswertung von Internet-Daten zwecks Verständnis und Optimierung der Web-Nutzung“.

Für die Umsetzung eine Web-Analyse haben sich mehrere Verfahrensweisen und Techniken etabliert. Anzuführen sind:

  • Analyse der Server-Logfiles
  • Page Tagging
  • A/B Tests, Multivariate Tests
  • Live-Interviews mit Personen und Beobachtung von Nutzerverhalten
  • Online-Umfragen

Web-Analyse Teil 1: Analyse der Server-Logfiles

Hierbei handelt es sich um eine klassische Methode, die im Rahmen Web-Analyse als ergänzendes Mittel zur Datenerhebung eingesetzt werden kann.

Ein Server bzw. die Software (z.B. Apache Webserver) protokolliert akribisch genau jegliche Aktivitäten, welche stattfinden, und die damit in Zusammenhang stehenden Daten. So wird beispielsweise die IP-Adresse des Besuchers, der Weg, wie er auf die Seite kam (z.B. mittels Suchmaschinen-Referrer), welche Seiten er anschließend aufrief oder welche Seiten nicht erreichbar waren, mitgeloggt. Das Log-File ist somit eine Art Tagebuch des Webservers.

Die serverseitig gesammelten Daten reichen jedoch bei weitem nicht aus, um dem weitreichenden Begriff der Web-Analyse gerecht zu werden. Da die erhobenen Daten keinerlei gut erkennbaren Zusammenhänge zum eigentlichen Verhalten des Nutzers auf der Website, z.B. die Verweildauer, liefern, sind die Server-Logfiles nur als ergänzende Informationsquelle anzusehen. Eine Web-Analyse, welche alleinig auf Log-Files beruhen, reichen nicht aus, um die gesteckten Ziele zu realisieren.


Web-Analyse Teil 2: Page-Tagging

Der Begriff Page-Tagging wird wohl mit am meisten in Zusammenhang mit der Web-Analyse genannt. Insofern ist Page-Tagging auch die erste Wahl, wenn es um die Sammlung und Auswertung von Daten geht. Hierbei werden in der Regel Code-Snippets in die einzelnen Websites integriert, die beim Aufruf ausgeführt werden. Diese Technik der Web-Analyse führt dazu, dass die Besucheraktivitäten sehr genau überwacht und protokolliert werden können. So ist dann z.B. die Auswertung der Aufenthaltszeiten der Besucher auf den einzelnen Websites oder die Erfassung der Conversion-Rate möglich. Auffällige Absprungraten (Bounce-Rates) können weiterhin Hinweise auf eine Schwachstelle des Online-Angebots liefern.


Web-Analyse Teil 3: A/B Tests, Multivariate Tests

Bei diesen Testverfahren liegt die Intention darin, zu ermitteln, wie Besucher im Internet oder ausgewählte Personen in einem separaten Test auf verschiedene Varianten einer Website (Landingpages), einen darauf verwendeten Slogan oder eine Werbeanzeige usw. ansprechen. Diejenige Ausführung, die am besten „ankommt“, wird dann weiterhin verwendet.

Derartige Tests machen Sinn, da nie exakt voraus bestimmt werden kann, was von den Besuchern angenommen wird. Trotz langjähriger Erfahrungen zeigt sich immer wieder, dass eine seitens des Erstellers als optimal empfundene Website von den Besuchern oftmals gegenüber anderen Versionen „durchfällt“ oder bevorzugt wird.


Web-Analyse Teil 4: Live-Interviews mit Personen und Beobachtung von Nutzerverhalten

Entgegen der anonymisierten Befragung im Internet wird hier entweder eine persönliche Befragung oder eine Beobachtung von Personen bei der Nutzung einer Website durchgeführt. Obwohl ein höherer Aufwand betrieben werden muss und oftmals eine geringere Anzahl an Personen zur Verfügung stehen, so liefert dieser Schwerpunkt der Web-Analyse weitere aufschlussreiche Informationen, die kein Tracking-System der Welt bieten kann.

Bei Live-Beobachtungen lässt sich gut eruieren, wann Personen bei der Nutzung einer Website welche möglichen Reaktionen an den Tag legen. So können Verärgerungen, erfolglose Klickversuche oder eine zögerliche Nutzung des Angebotes seitens der Testpersonen direkte Hinweise auf Problemzonen liefern, deren Ursache durch die Befragung der Anwesenden in Erfahrung gebracht werden kann.

In der Regel reichen fünf bis zehn Probanden aus, um ein brauchbares Ergebnis zu erhalten. Live-Interviews und Beobachtungen sind auch ein wesentlicher Bestandteil beim User-Centered-Design (Usability), bei dem der Benutzer bei der Entwicklung einer Website als fundamentaler Faktor im Mittelpunkt steht und die Gestaltung des Angebotes auf dessen Bedürfnisse hin optimiert wird.


Web-Analyse Teil 5: Online-Umfragen

Wie der Titel es schon verrät, werden bei diesem Verfahren Online-User befragt. Hierbei kann beispielsweise eine Auswahlliste präsentiert werden, aus welcher der User die passende Antwort auf die gestellte Frage wählt oder in einem Mitteilungsfeld ergänzende Informationen preisgibt. Gängige Fragestellungen handeln z.B. über die Zufriedenheit der Nutzung einer neuen Website, die Zugänglichkeit der neu implementierten Navigation oder über die angebotenen Produkte an sich.

Mittels Online-Umfragen können Fragen gezielt gestellt und in der Regel auch gut verwertbare Informationen gesammelt werden. Eine Online-Umfrage ist somit eine sinnvolle Ergänzung zu den übrigen Maßnahmen einer Web-Analyse.


Fazit

Vorgenannte Komponenten der Web-Analyse sollen vermittelten, dass die Optimierung einer Website ein komplexes Thema ist und entsprechendes Know-How voraussetzt. Eine Web-Analyse gilt als wichtiges Instrument, um vor allem Besucher, die bereits auf die entsprechende Website gelangt sind, genauer kennen zu lernen und ihnen auf Basis der Erkenntnisse einen angenehmeren Aufenthalt zu ermöglichen. Somit sollte eine eingehende Web-Analyse vor Beginn der Online-Stellung einer Website und während des Live-Betriebs stattfinden, um das bestmögliche aus dem Online-Angebot heraus zu holen.

 


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