Neben dem fachlichen und produktspezifischen Content einer Website spielt die so genannte Usability eine sehr entscheidende Rolle bei der Bindung eines möglichen Kunden an eine Website. Diese auf technischen und psychologischen Aspekten beruhende Gesamtgestaltung einer Website wird und wurde bislang von vielen Webdesignern unwissentlich sträflich vernachlässigt.
Gemäß DIN EN ISO 9241-11 ist Usability folgendermaßen definiert:
„Usability ist das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufrieden stellend zu erreichen.“
Die Usability ist neben dem auf der Website angebotenen Produkt oder der angebotenen Dienstleistung der wichtigste Faktor, um potentielle Kunden zu gewinnen, zu einer positiven Aktion, der Conversion, zu bewegen und ihn zu binden!
„Wo bin ich denn jetzt gelandet?“ oder „Toll, und jetzt?“ sind mögliche und häufige Fragestellungen von Internet-Usern (und dies zu Recht), die nach dem Klick auf einen Link zu einer Website gelangen. Oftmals finden Interessenten und potentielle Käufer, die aufgrund einer professionellen Suchmaschinenoptimierung oder effizienten Suchmaschinenwerbung "geködert" wurden, Seiten mit einer schlechten bzw. suboptimal umgesetzten Usability vor, welche den Erwartungen, die die Anzeigetexte- sowie Headlines der Suchmaschinenergebnisse suggerieren, nicht oder nur unzureichend entsprechen. Die Folge: Der potentielle Kunde verlässt die Site umgehend, um sich dem Mitbewerb zuzuwenden, welcher ihm aufgrund guter Usability eine vertrauensvolle und sicher anmutende Umgebung bietet. Dieser Umstand spielt sich in eine hohen Absprungrate (Bounce-Rate) wider. Auch eine umständliche oder irreführende Navigation kann schon dazu führen, dass ein Kunde verärgert wird und das Interesse schnell versiegt.
Um die genannten oder ähnlichen Szenarien zu vermeiden bzw. zu minimieren, ist eine durchdachte und konsequent umgesetzte Usability Optimierung der Websites in Bezug auf die Bedürfnisse der Besucher unabdingbar (UXO, User Experience Optimization). Es gilt allgemeine und konkrete Schwachstellen aufzudecken und dies in Hinblick auf die technische Gebrauchsfertigkeit und die psychologische Komponente. Letztere spiegelt u.a. die emotionale Wirkung auf den Besucher der Website wider. Ein Ziel der Usability Optimierung ist somit die Berücksichtigung subjektiver Eindrücke (Erweckung von Emotionen) und die Herstellung einer Vertrauensbasis. Im Rahmen einer solchen Analyse und Optimierung hat sich der Einsatz sogenannter Tracking-Systeme (Web-Analytics) als sinnvoll erwiesen, um beispielsweise Seiten zu ermitteln, auf denen die Absprungrate auffällig hoch ist. Nur auf Basis einer eingehenden Analyse kann die Usability einer Website gezielt optimiert werden.
Die Thematik der Usability ist ein komplexes Themenfeld, deren Berücksichtigung im besten Fall schon vor der Erstellung einer Website stattfindet. Eine gute Usability ist ein wesentlicher Faktor zur Verbesserung des Rankings in den Suchergebnissen, da Suchmaschinen die Usability und damit verbundene User Experience als einen signifikanten Bewertungsfaktor in die Berechnung der Rankings für die Suchergebnisse mit einfließen lassen. Um es kurz zu formulieren: Eine Website muss mit dem Fokus auf den Menschen und nicht mit Blick auf die Suchmaschine entwickelt und umgesetzt werden. Der Mensch muss sie nutzen können und zu schätzen wissen. Dies wird durch eine professionelle Usability erreicht, welche u.a. auf der DIN EN ISO 9241, DIN EN ISO 13407, DIN EN ISO/IEC 12119 sowie ISO/TR 16982 basieren.